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Der BCNU – Businessclub für nachhaltige Unternehmensführung
Der Businessclub für nachhaltige Unternehmensführung (BCNU) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Wien (ZVR 600647331), der sich der Bewusstseinsbildung und der praktischen Förderung nachhaltiger Unternehmensführung widmet. Unser Fokus liegt besonders auf kleinen und mittleren Betrieben (KMU) sowie Einpersonenunternehmen (EPU). Wir unterstützen diese bei die Integration ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit in den Unternehmensalltag.
Unsere Motivation Österreichs Wirtschaft befindet sich 2026 in einer verhaltenen Erholungsphase nach zwei Jahren Rezession (2023: -0,8 %, 2024: -0,7 %). Prognosen für 2026 liegen bei moderatem BIP-Wachstum von ca. 0,5–1,2 %, je nach Institut (WIFO/IHS/OECD). Dennoch bleiben Herausforderungen hoch: anhaltend viele Insolvenzen (2025: 6.857 Fälle, ca. 19 pro Tag, vor allem in Handel, Bau und Dienstleistungen), gedämpfte Binnennachfrage, Fachkräftemangel, hohe Steuer- und Abgabenlast sowie geopolitische Unsicherheiten (z. B. Energiepreise durch Nahost-Konflikt).
Vielen KMU und EPU fehlt in dieser Lage das Praxiswissen oder die Kapazitäten, um regulatorische Anforderungen (z. B. CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wertschöpfungskette) und wirtschaftliche Druckfaktoren gleichzeitig zu bewältigen. Genau hier setzt der BCNU an: Wir glauben an eine machbare, kosteneffiziente und zukunftsweisende Nachhaltigkeit, die nicht nur regulatorische Pflichten erfüllt, sondern echte Resilienz und Wettbewerbsvorteile schafft – besonders in unsicheren Zeiten.
Warum Nachhaltigkeit jetzt ein klarer Vorteil ist
- Kosteneinsparungen und Effizienz: Energie- und Ressourceneinsparungen wirken direkt auf die Liquidität – entscheidend bei hohem Insolvenzrisiko und steigenden Rohstoffpreisen.
- Resilienz und Risikomanagement: Nachhaltig aufgestellte Unternehmen sind besser gegen Lieferkettenstörungen, Energiepreisschwankungen und Nachfrageschwäche gewappnet.
- Wettbewerbs- und Marktchancen: Kunden, Banken und große Auftraggeber fordern zunehmend Nachhaltigkeitsnachweise. Frühe Umsetzung sichert Lieferantenstatus und erleichtert Finanzierung.
- Innovation und Attraktivität: Themen wie KI & Robotik als Hebel für nachhaltige Prozesse fördern neue Geschäftsmodelle und helfen beim Kampf um Fachkräfte.
- Langfristige Stabilität: Studien zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften die Profitabilität und Zukunftsfähigkeit von KMU steigert – gerade in konjunkturell schwachen Phasen.
Unsere Ziele
- Praxisnahe Umsetzung: Konkrete, sofort umsetzbare Maßnahmen, die Nachhaltigkeit ohne übermäßigen Aufwand in Strukturen und Tagesgeschäft integrieren.
- Wissenschaftstransfer: Aktuelles Wissen aus Forschung direkt in die Unternehmen bringen.
- Vernetzung und Austausch: Dialog zwischen Unternehmer:innen fördern, CSR stärken und Kooperationen ermöglichen.
- Fokus auf Zukunftsthemen: Umweltschutz, gesellschaftliche Verantwortung, Technik, KI & Robotik als Enabler für nachhaltige Lösungen.
- Gemeinnützigkeit: Alle Erträge fließen in die Vereinsarbeit – transparent und zweckgebunden.
Der BCNU steht für einen klaren, ehrlichen und handlungsorientierten Ansatz. In Zeiten verhaltener Konjunktur und hoher Unsicherheit begleiten wir Unternehmen dabei, nicht nur „grüner" zu werden, sondern resilienter, wettbewerbsfähiger und erfolgreicher – im Einklang mit Mensch, Umwelt und Wirtschaft.
Gemeinsam gestalten wir eine nachhaltige Zukunft – praxisnah, vernetzt und wirkungsvoll.
Fakten zur Wirtschaftsentwicklung und Einflussfaktoren sowie Unternehmensbelastungen:
Wirtschaftsentwicklung Österreichs (Stand Frühjahr 2026)
Österreich hat nach zwei Rezessionsjahren (2023: ca. -0,8 % bis -1,0 %, 2024: ca. -0,7 % bis -1,1 %) eine leichte Erholung eingeleitet.
- 2025: Leichtes positives BIP-Wachstum von ca. +0,4 % bis +0,6 % (WIFO/IHS/OeNB/OECD).
- 2026: Moderates Wachstum von ca. +0,9 % (WIFO-Hauptszenario) bzw. +0,5 % bis +1,1 % je nach Institut und Szenario. Die Erholung bleibt verhalten, beeinflusst durch geopolitische Unsicherheiten (z. B. Nahostkonflikt, Energiepreise) und schwache Binnennachfrage.
Insolvenzen blieben 2025 hoch (ca. 6.810–6.857 Fälle, +3–4 % gegenüber 2024, ca. 19 pro Tag), vor allem in Handel, Bau und Gastronomie. Für 2026 wird ein ähnlich hohes Niveau erwartet.
Reale Steuer- und Abgabenlast Österreich im Vergleich (Fokus Lohnabgaben / Tax Wedge)
Die folgende Übersicht bezieht sich primär auf den Tax Wedge (Steuerkeil) für einen durchschnittlichen Single-Arbeitnehmer ohne Kinder (OECD „Taxing Wages" 2026):
| Land / Region | Tax Wedge (ca. 2025) | Rang (OECD) | Vergleich zu AT |
|---|---|---|---|
| Österreich | 47,1 % | 4. | - |
| Belgien | 52,5 % | 1. | Höher |
| Deutschland | 49,3 % | 2. | Höher |
| Frankreich | 47,2 % | 3. | Ähnlich / leicht höher |
| OECD-Durchschnitt | 35,1 % | - | Deutlich niedriger |
| EU-Durchschnitt | ca. 38–39 % | - | Niedriger |
Quellen: OECD Taxing Wages 2026; ergänzend EU Taxation Trends.
Österreich zählt damit zu den Ländern mit der höchsten Abgabenbelastung auf Arbeit weltweit (vor allem durch hohe Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten). Die allgemeine Abgabenquote (Steuern + Sozialbeiträge in % des BIP) liegt bei ca. 43,4 % (eine der höchsten in der EU).
Faktoren für die Entwicklung und den (leichten) Anstieg der Abgabenlast in Österreich
- Hohe Sozialabgaben (AN + AG) und Lohnnebenkosten sind strukturell der Hauptgrund für den Spitzenplatz.
- Abschaffung des Klimabonus 2025 → direkter Anstieg des Tax Wedge um ca. 0,3 Prozentpunkte.
- Progressionseffekt und steigende Lohnquote verstärken die Belastung trotz früherer Steuersenkungen.
- Konsolidierungsmaßnahmen (Budgetdefizit ca. 4–4,5 % des BIP) führen zu höheren Gebühren/Beiträgen.
- Historisch: Hoher Anteil der Arbeitseinkommen an der Finanzierung des Sozialstaats.
Liste der wesentlichen Gründe für die hohe bzw. steigende Abgabenlast (verifiziert):
- Hohe Sozialversicherungsbeiträge (AN + AG) und Lohnnebenkosten.
- Abschaffung des Klimabonus (2025, +0,3 pp).
- Progressionswirkung bei steigenden Löhnen.
- Konsolidierungsbedarf des Budgets (Defizitabbau).
- Strukturell hoher Finanzierungsbedarf des Sozial- und Gesundheitssystems über Lohnabgaben.
Hauptquellen:
OECD Taxing Wages 2026 (April 2026).
WIFO/IHS/OeNB Konjunkturprognosen 2025/2026.
KSV1870 Insolvenzstatistiken 2025/2026.
EU Taxation Trends 2026.
tabellarische Übersicht über die letzten ca. 10 Jahre (2016–2026).
Alle Angaben basieren auf verifizierbaren Quellen (WIFO, Statistik Austria, OECD). Prognosen für 2025/2026 sind als solche gekennzeichnet.
1. Wirtschaftsentwicklung: Reales BIP-Wachstum Österreich (jährlich, in %)
| Jahr | Reales BIP-Wachstum (%) | Bemerkung / Quelle |
|---|---|---|
| 2016 | +2,0 | Starkes Wachstum |
| 2017 | +2,3 | Starkes Wachstum |
| 2018 | +2,5 | Höchstwert im Zeitraum |
| 2019 | +1,5 bis +1,8 | Verlangsamung |
| 2020 | -6,3 bis -6,7 | COVID-Rezession |
| 2021 | +4,6 bis +4,9 | Erholung |
| 2022 | +5,3 | Starkes Nachholwachstum |
| 2023 | -0,8 | Rezession |
| 2024 | -0,7 | Rezession (2. Jahr) |
| 2025 | +0,3 bis +0,6 | Leichte Erholung (Prognose / vorläufig) |
| 2026 | +0,9 bis +1,1 | Moderate Erholung (WIFO/OECD-Prognose) |
Quellen: WIFO-Konjunkturprognosen, Statistik Austria, OECD Economic Surveys 2026.
2. Reale Steuer- und Abgabenlast (Tax Wedge & Abgabenquote)
Tax Wedge (Steuerkeil für durchschnittlichen Single-Arbeitnehmer ohne Kinder, OECD-Daten):
| Jahr | Tax Wedge Österreich (%) | OECD-Durchschnitt (%) | Rang Österreich (OECD) | Abgabenquote AT (% des BIP) |
|---|---|---|---|---|
| 2016 | ca. 49,0–49,5 | ca. 35,5 | Top 5 | 42,3 |
| 2017–2019 | ca. 48,5–49,0 | ca. 35–36 | Top 5 | 42,4–43,0 |
| 2020–2022 | ca. 47–48 | ca. 34,5–35 | Hoch | 42,4–43,6 |
| 2023 | 47,2 | 34,9 | 3. | 43,5 |
| 2024 | 47,0 | 34,9 | 5. | ca. 43,4–44,0 |
| 2025 | 47,1 | ca. 35,1 | Hoch | 44,3 |
| 2026 | (noch keine finalen Daten) | ca. 35,1 | - | ca. 44,3–44,5 (Prognose) |
Quellen: OECD Taxing Wages 2025/2026, Statistik Austria (Abgabenquote).
Österreich liegt durchgehend im oberen Bereich der OECD (meist Top 5), vor allem wegen hoher Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten.
3. Wesentliche Faktoren für die Entwicklung und den (teilweisen) Anstieg der Abgabenlast
Liste der Hauptgründe:
- Strukturell hohe Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmer + Arbeitgeber) und Lohnnebenkosten.
- Progressionswirkung der Einkommensteuer bei steigenden Löhnen (kalte Progression).
- Konsolidierungsbedarf des Staatshaushalts (Budgetdefizite, hohe Ausgaben in Sozial- und Gesundheitssystem).
- Abschaffung/Änderung von Entlastungen (z. B. Klimabonus-Effekte in 2025).
- Hoher Finanzierungsbedarf des Sozialstaats primär über Lohnabgaben (im internationalen Vergleich überdurchschnittlich).
Hauptquellen:
WIFO-Konjunkturprognosen 2025/2026.
OECD Taxing Wages 2025 & 2026.
Statistik Austria (Abgabenquoten und VGR).
EU Taxation Trends / Parlamentarischer Budgetdienst.
Wirtschaftsentwicklung, Steuerlast, Inflation (Warenkorb) und Regierungen in Österreich:
| Jahr | Reales BIP-Wachstum (%) | Tax Wedge (Single, ca. %) | Abgabenquote (% des BIP) | Inflation (VPI/HICP, Jahresdurchschnitt %) | Herrschende Regierung / Koalition |
|---|---|---|---|---|---|
| 2016 | +2,0 bis +2,1 | ca. 49,0–49,5 | ca. 42,3 | ca. 0,9–1,0 | SPÖ–ÖVP (Kern) |
| 2017 | +2,3 | ca. 48,5–49,0 | ca. 42,4–43,0 | ca. 2,1 | SPÖ–ÖVP (Kern) bis Dez. |
| 2018 | +2,5 | ca. 48,5–49,0 | ca. 42,4–43,0 | ca. 2,0 | ÖVP–FPÖ (Kurz I) |
| 2019 | +1,5 bis +1,8 | ca. 48,0–48,5 | ca. 42–43 | ca. 1,5 | ÖVP–FPÖ (Kurz I) bis Mai, dann Übergangsregierung Bierlein |
| 2020 | -6,3 bis -6,7 | ca. 47–48 | ca. 42,4–43,6 | ca. 1,4 | ÖVP–Grüne (Kurz II) |
| 2021 | +4,6 bis +4,9 | ca. 47–48 | ca. 42,9–43,3 | ca. 2,8 | ÖVP–Grüne |
| 2022 | +5,3 | ca. 47–48 | ca. 43,5–44,0 | ca. 8,6 | ÖVP–Grüne |
| 2023 | -0,8 | 47,2 | 43,5 | ca. 7,8 | ÖVP–Grüne (bis Herbst), dann Nehammer |
| 2024 | -0,7 | 47,0 | ca. 43,4–44,5 | ca. 2,9 | ÖVP-geführte Regierung |
| 2025 | +0,3 bis +0,6 (vorl.) | 47,1 | ca. 44,3–45,3 | ca. 3,6 | ÖVP–SPÖ–NEOS (Stocker, seit März 2025) |
| 2026 | +0,9 bis +1,1 (Prog.) | ca. 47,1 (ähnlich) | ca. 44,3–45,5 (Prog.) | ca. 2,5–3,5 (erwartet) | ÖVP–SPÖ–NEOS |
Erläuterungen:
- BIP-Wachstum: Reales Wachstum (Statistik Austria / WIFO).
- Tax Wedge: Steuerkeil für durchschnittlichen Single-Arbeitnehmer ohne Kinder (OECD Taxing Wages). Zeigt die Gesamtbelastung aus Steuern + Sozialabgaben.
- Abgabenquote: Steuern + Sozialbeiträge in % des BIP (Statistik Austria / Parlamentarischer Budgetdienst).
- Inflation (Warenkorb): Verbraucherpreisindex (VPI) bzw. Harmonisierter Index (HICP) – misst die Preisentwicklung des typischen Warenkorbs.
- Regierungen: Basierend auf offiziellen Angaben des Bundeskanzleramts und Parlament. Die aktuelle Dreierkoalition (ÖVP–SPÖ–NEOS) wurde 2025 nach den Wahlen 2024 gebildet.
Wichtige Hinweise:
- Der Tax Wedge blieb über den gesamten Zeitraum sehr hoch (durchgehend Top 5 in der OECD), vor allem wegen hoher Sozialversicherungsbeiträge.
- Starke Inflation 2022–2023 (Energiekrise, Ukraine-Krieg) hat den Warenkorb deutlich verteuert.